Montag, 25. September 2017

Portfoliopräsentation



Guten Tag liebe Studierende


Ich freue mich, Euch heute einen Einblick in mein Portfolio geben zu dürfen. 
und ja; das ist bereits auch mein Portfolio.

Ihr seht hier meinen neusten Eintrag in meinem Portfolioblog.
Für einmal ist der Inhalt explizit den Lesern gewidmet. Gewöhnlich schreibe ich in meinem Blog primär für mich und nicht für die breite Öffentlichkeit; zumal sich die breite Öffentlichkeit wohl auch weniger für Wygotski, Bourdieu, Schulz von Thun und co. interessieren. Da wäre ich mit einem Fitnessblog wohl deutlich besser bedient.

Doch was ist überhaupt ein Blog?
Eine Definition von www.omkt.de/blog-definition lautet wie folgt:
"Blog ist eine Abkürzung für Weblog, ein englischer Terminus, der sich aus „World Wide Web“ und „Logbuch“ ableitet und von daher in etwa so viel bedeutet wie „Internet-Tagebuch“."


Nun fragt Ihr euch vielleicht:
  • weshalb schreibt sie öffentliche Beiträge in einen Blog, wenn sie keine Leser gewinnen will?
  • weshalb ein Blog, wenn es auch ein Ordner tut?
  • welche Vor- und Nachteile birgt diese Form der Portfolioarbeit?
  • was schreibt die da rein?
  • Ach du Schreck, muss ich das jetzt auch tun?

    diese und weitere Fragen Eurerseits, beantworte ich jetzt gerne 
    mündlich..




Dienstag, 2. Mai 2017

Muss alles besser werden um gut genug zu sein?

Perfektionismus äussert sich in unserem Denken:
Er wird als übertriebenes Streben nach Vollkommenheit beschrieben.
Man unterscheidet dabei folgende vier Typen:


N., Spitzer (2009). Verhaltenstherapie und psychosoziale Praxis. Springerverlag. 

Mir ist durchaus bewusst, dass ich ein Hang zum Perfektionismus habe. Gleichzeitig neige ich auch dazu, mir immer sehr viel aufzuladen und zuzumuten, wodurch ich auch wegen des Perfektionismus oft in Stress komme. Diese beiden Eigenschaften bieten hohe Explosionsgefahr. Deswegen fällt es mir sehr schwer, wenn ich auf Grund von Stress, die einzelnen Aufgaben nicht "für mich" perfekt oder so perfekt, wie ich selbst denke, dass es von mir erwartet wird, ausführen kann. 

Wortwörtlich tanze ich auf vielen Hochzeiten und überall bin ich bestrebt, die bestmöglichste Leistung zu zeigen. 
Doch gerade im Lehrerberuf stellt sich die Frage, wann ist etwas perfekt? 
Muss alles besser werden, um gut genug zu sein und wie erkenne ich, dass etwas gut genug ist?


Montag, 10. April 2017

Abschied und Loslassen eine Frage der Professionalität?

"Schüler XY kommt nicht mehr zur Schule."
Hinter einer solchen Aussage können verschiedene Schicksale und Gründe stehen. 


Wir haben es in unserem Berufsalltag immer wieder mit Kindern mit unklarem Asylstatus, mit schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen oder mit komplexen und komplizierten Familiensituationen zu tun.

Deshalb kommt es aus unterschiedlichen Gründen auch hin und wieder zu Abschieden von SchülerInnen. 


Ein Abschied, insbesondere, wenn er sehr plötzlich und unerwartet eintritt, bedeutet für alle Beteiligten immer eine grosse psychische Belastung. Mit einem Abschied geht oft ein Schock und/oder Trauerprozess einher. Diese tiefgreifende Emotionen verändern unsere mentale Verfassung. Was zur Folge haben kann, dass fest verankerte Handlungsmuster und persönliche Überzeugungen nicht mehr fassen. Dabei stellt sich die Frage, wo wir uns Lehrpersonen in Bezug auf unsere Professionalisierung beim Thema Abschied und Trauer positionieren. Anders gesagt, welchem Anspruch sind wir ausgesetzt bezüglich Umgang mit Trauerprozessen? 



In einem Themenheft der Departemente Bildung, Gesundheit, Inneres sowie Sicherheit und Justiz zum Thema Tod und Trauer in der Schule werden folgende Anregungen für Lehrpersonen gegeben:


  • "Versuchen Sie, Ihre eigene Betroffenheit mit vertrauten, erwachsenen Personen zu teilen und sich dafür bewusst Zeit zu nehmen.
  • Zeigen Sie Ihrer Klasse gegenüber ruhig Ihre Tränen, aber versuchen Sie, Fassung zu bewahren.
  • Verbieten Sie sich, einen längeren Frontal-Monolog vor der Klasse zu Ihrer eigenen Betroffenheit zu halten. Einige wenige Sätze genügen völlig.
  • Halten Sie lieber auch einfach mal eine Zeit der Stille und des Schweigens aus, zünden Sie Kerzen an und nutzen Sie die Zeit zur Besinnung.
  • Ziehen Sie externe Fachpersonen zur Begleitung der Klasse bei, die sich gewohnt sind, solche Situationen mit Ihnen zu gestalten.
  • Vertrauen Sie auf die Fähigkeit der Kinder und Jugendlichen, in Zeiten der Not und Verzweiflung füreinander da zu sein und kreative Ideen im Umgang damit zu entwickeln.
  • Versuchen Sie nicht, so schnell wie möglich wieder ganz normalen Unterricht zu halten oder gar den angesagten Test durchzuziehen – ausser, die Schülerinnen und Schüler wünschen das ausdrücklich.
  • Planen Sie zusammen mit der Klasse, wie viel Zeit und Aufmerksamkeit hilfreich für die Bewältigung des Ereignisses ist.
  • Werten Sie niemals, wie ein Mensch «richtig» zu trauern hat!
  • Ein Todesfall bringt Veränderungen mit sich. Unterstützen Sie die Schüler- innen und Schüler dabei darüber zu sprechen und damit die Veränderungen auch besser zu verstehen. " (http://www.zepra.info/tl_files/content/06_programme_projekte/sicher_gsund/themenhefte_sicher-gsund/16_sicher!gsund!_themenheft_tod-und-trauer.pdf) 
Diese Anregungen beziehen sich in diesem Themenheft auf Todesfällen innerhalb einer Schulklasse, die Mehrheit der Anregungen können aber allgemein im Bezug auf Abschiede eines Schülers angesehen werden. 

Zusammenfassend kann man sagen, dass bei der Frage der Professionalisierung zwischen der eigenen emotionaler Betroffenheit und dem adäquates Auftreten vor der Schulklasse unterschieden werden muss. Ausser Frage steht, dass auch Lehrpersonen emotional betroffen sein dürfen und die Betroffenheit auch äussern dürfen und sollen. Die Frage der Professionalisierung bezieht sich vielmehr auf das Auftreten vor den verblieben Schülern. Um die Emotionen der Schüler aufzufangen und sie adäquat zu begleiten, braucht es von Seiten der Lehrperson eine gewisse emotionale Stabilität und Ruhe beim Auftreten. 




Montag, 27. März 2017

Wie oft täuscht man sich, mit dem was man mit den Augen sieht?



Illusion; die falsche Deutung von Sinneseindrücken durch die inkorrekte Verarbeitung von Sinnesreizen des Gehirns, auf Grundlagen von eigenen Erfahrungen und Erinnerungen.


Basierend auf eigenen Erfahrungen bilden wir unsere Realität. Weshalb wir im Grunde genommen letztendlich alle unsere eigene Realität haben. Erschwerend kommt dazu, dass unser Gehirn ein unglaubliches, komplexes Denkorgan ist, das in der Lage ist, selbst Konstrukte zu bilden. Deshalb sehen wir manchmal auch Dinge, die faktisch nicht so sind.

Auch in unsere Arbeit sind wir dieser Gefahr ausgesetzt, auf Grund unserer Erfahrungen vorschnelle Schlüsse zu ziehen, weil wir glauben etwas zu sehen, was so gar nicht stimmt.

So vielleicht auch in folgender Situation:

Ein neuer Schüler besucht die Schule. Er sitzt im Rollstuhl, speichelt und ist durch starke spastische Bewegungen in seiner Motorik eingeschränkt. 
Wie schnell werden Stigma aufgebaut und über den Schüler hinweg mit den Eltern gesprochen?!

Bleiben wir doch "realistisch" und gestehen uns ein, dass es sowas wie Realität nicht gibt und wir ständig von unserem eigenen Gehirn hinters Licht geführt werden.






Diese Bilder und weitere optische Täuschungen auf: 
(https://de.pinterest.com/search/pins/?rs=ac&len=2&q=optische%20täuschung&eq=optische&etslf=7602&term_meta[]=optische%7Cautocomplete%7C0&term_meta[]=täuschung%7Cautocomplete%7C0)

Sonntag, 26. Februar 2017

es hat keinen Sinn am Gras zu ziehen


Im Schulalltag kommt man als Lehrer immer wieder an den Punkt, wo man sich denkt: ach das sollte das Kind nun aber können oder dann muss das Kind halt noch mehr üben. 

Remo H. Largo, ein schweizer Kinderarzt und Sachbuchautor von Erziehungsratgebern, meint zu diesem Thema: "Wir können Kinder noch so lange antreiben und üben lassen, eine Fähigkeit oder ein Verständnis stellt sich erst dann ein, wenn das Kind in seiner Entwicklung so weit ist. [...] Denn es gilt: Kinder lernen nur, wenn es aus einem inneren Antrieb heraus dazu bereit ist."



Ich konnte das zwar bereits bei meinen ehemaligen Regelschulkindern beobachten, aber in meiner Arbeit mit körperlich und kognitiv beeinträchtigten Kindern ist es nochmals viel eindrücklicher. So macht eine Schülerin im Alter von sieben Jahren ihre ersten eigenen Schritte und ein anderer Schüler beginnt nun im Alter von fünf Jahren mit den ersten differenzierten Lauten. Solche Momente sind wunderbar und zeigen eindrücklich, dass es keinen Zweck hat am Gras zu ziehen - es wächst nicht schneller. Das einzige was bleibt ist genau hinzusehen, wo die Kinder stehen und auf sie angepasste Lernangebote zu schaffen. Ich nenne es bewusst Angebote, weil Lernfortschritte immer die intrinsische Motivation der Kinder voraussetzt. Ich denke aber auch, dass die Kinder Entwicklungsfenster haben, die geöffnet und für die Angebote empfänglich sein müssen. Wenn die Kinder dann noch  die Möglichkeit haben, den Lerngegenstand handeln zu erkunden und sich mit unserer Unterstützung selbst anzueignen, befinden wir uns auf einem guten Weg - einem Weg mit wachsendem sattgrünen Gras.

"Erkläre mir und ich vergesse. Zeige mir und ich erinnere. Lass es mich tun und ich verstehe." Konfuzius



Dienstag, 17. Januar 2017

Spuren hinterlassen


Der Mensch möchte wirken, etwas bewirken, etwas machen, Spuren hinterlassen..











und jeder Mensch kann wirken, etwas bewirken, etwas sinnvolles machen und Spuren hinterlassen!

Montag, 19. Dezember 2016

Ein erfülltes Leben




und mein Terminkalender ist voll.



Ich merke, dass mir die Puste ausgeht und es Zeit wird für einen kleine Verschnaufpause.
Damit ich mich etwas sortieren kann und vielleicht aufschlüsseln kann, was hinter diesem Konflikt der Work-Life-Balance steht, habe ich mich der Methode des Inneren Teams von Schulz von Thun bedient.
Dabei macht man sich seiner inneren Pluralität bewusst und stellt sie grafisch dar. Diese Darstellung hilft dabei, innere Konflikte und mögliche Fehlvorstellungen aufzudecken. Werden alle inneren Teammitglieder wahrgenommen und berücksichtig, können bewusst Veränderungen der inneren Gefühlslage vorgenommen werden, indem man den Streit zwischen den inneren Teammitgliedern schlichtet und damit den Konflikt löst.

Mehr dazu im: F.Schulz von Thun (2010):Miteinander reden 3. Das Innere Team und situationsgerechte Kommunikation. Kommunikation, Situation, Person. Hamburg: Rowohlt.



Bei der Aufstellung meines Inneren Teams wurden mir auch Gefühle bewusst, die ich zuvor gar nicht registriert habe oder wahrnehmen wollte. Denn es gibt immer auch Gefühle, die sich leichter unterdrücken lassen als andere. Bei mir werden insbesondere das Abenteuer-ICH, das Lebensfreude-ICH und das Gesundheits-ICH immer lauter. Sie haben aber mit dem Arbeits-ICH und dem Perfektionist starke Gegner. 

Nun liegt es an mir, zu schlichten und eine Lösung zu finden. Denn ein voller Terminkalender ist noch lange kein erfülltes Leben... 



Freitag, 16. Dezember 2016

Bewegung ist eine Grundlage des Lebens

Ich besuchte eine Weiterbildung zur Kinästhetik, die Kunst/Wissenschaft der Bewegungswahrnehmung.


Kinästhetik beschäftigt sich im Grundlegenden mit folgenden Inhalten:
Sie soll zur Entwicklung der differenzierten und bewussten Wahrnehmung der eigenen Bewegung beitragen und die Entwicklung der eigenen Bewegungskompetenz, d.h. eines gesunden und flexiblen Einsatzes der eigenen Bewegung fördern.
Ausserdem soll sie die Fähigkeit ausbilden, die eigenen Bewegung im Kontakt mit anderen Menschen so einzusetzen, dass diese in ihrer eigenen Bewegungskompetenz bzw. in ihrer Selbstwirksamkeit gezielt unterstützt werden. 

(vgl. www.kinaesthetics.ch )


Bewegung ist eine Grundlage des Lebens.

Dieses Zitat, das ich auf der Webseite www.kinaesthetics.ch gefunden habe,hat mich darauf hin zum Nachdenken angeregt.



Wenn wir uns einen Moment Zeit nehmen, uns nicht bewegen und nur regungslos daliegen, wird uns früher oder später bewusst, dass wir nichts mehr spüren.
Wir spüren weder die Körperabgrenzung, noch den Untergrund auf dem wir liegen. Gefühlsmässig werden wir immer breiter und distanzieren uns vom eigenen Körper.
Anhand gezielter Übungen aus der Kinästhetik, kann diesem Gefühl entgegengewirkt werden.  Dabei fiel mir jedoch auf, dass ich nur die unmittelbare Bewegungen, die Veränderungen wahrnehmen konnte. Sobald die Übung abgeschlossen war, waren auch die Informationen über meinen Bewegungsapparat verflogen und ich kam wieder in ein Gefühl der unbelebten Masse.

Diese Erkenntnis nahm ich aus der Weiterbildung mit und dachte über die Kinästhetik hinaus;
Ist es nicht im Allgemeinen so, dass wir nur Bewegung/ unmittelbare Veränderungen wahrnehmen?
Kann diese Hypothese nicht auf das gesamte Leben und all unsere Lebensbereiche übertragen werden?



In diesem Zusammenhang auch ein passender Songtext von Passenger:

"Well you only need the light when it's burning low
Only miss the sun when it start to snow [...]
Only know you've been high when you're feeling low
Only hate the road when you're missing home [...]"



Samstag, 10. Dezember 2016

Prioritäten





Ich denke ich muss mal meine Prioritäten überdenken




Arbeit
Studium

und wo bleib ich?


Montag, 28. November 2016

Norming bist du es ?

Ich habe heute eine Situation erlebt, die zwar noch nicht optimal verlief aber ein Anstoss war, um grundlegende Werte in der Teamarbeit anzusprechen und offenzulegen.


Im Gang, als ich gerade zwei Schüler für den Heimweg bereit machte, hörte ich eine Teamkollegin im Nebenzimmer, wie sie sich bei einer weiteren Teamkollegin über den Ablauf des Morgens beschwerte. 
Da ich alle Hände voll zu tun hatte, entschied ich mich, sie später darauf anzusprechen und nicht direkt zu reagieren. 

Als ich dann später an meinem Schreibtisch sass, kam die zweite Teamkollegin und sprach mich auf das Missbehagen an. Ich dankte ihr sehr und konnte mit ihr das Problem besprechen. Dabei betonte ich noch einmal, wie wichtig mir der offene und direkte Austausch ist. Auch am kommenden Morgen betonte ich an der Sitzung meine Erwartung bezüglich der Kommunikation innerhalb des Teams und griff auch die Problematik des Tagesablaufs nochmals auf. Ich konnte den Ball gut an meine Teamkollegen abgeben und bereits am Nachmittag kamen sie mit produktiven und guten Verbesserungsvorschlägen auf mich zu.


Dieses eine Beispiel zeigt, dass Reibungspunkte, sofern sie unmittelbar und konstruktiv aufgefangen werden, auch Ausgangslage für Verbesserungen und Weiterentwicklung sind.

Das ist auch der Grund, weshalb ich Probleme und Konfrontationen nicht scheue. Im Gegenteil; ich denke, dass wir nur durch eine gute Streitkultur und eine direkte  und ehrliche Kommunikation weiterkommen. 

Auch Schulz von Thun bestärkt mit seinem Modell des vierohrigen Empfängers, die Tatsache, dass es in der Kommunikation immer auch zu Missverständnissen kommen kann, die man ansprechen muss.

Mehr dazu in seinem Buch: F,Schulz von Thun(2010):Miteinander reden 1.Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation.Hamburg: Rowohlt Verlag.

                                                         

Sonntag, 20. November 2016

in meinem Kopf ein Universum

Ich muss nun langsam mein Thema für die Masterarbeit wählen und mir eine Dozentin suchen, die meine Arbeit betreut.
Bislang liegt mein Interesse auf den Themen des selbstverletzenden Verhaltens und die Förderdiagnostik bei schwer mehrfachbehinderter Kinder.

Das Thema selbstverletzende Verhalten bei mehrfachbehinderten Kindern habe ich bereits etwas behandelt und merke im Berufsalltag, dass es dennoch noch immer das Thema ist, wo man sich am hilflosesten fühlt. Ich kann mir gut vorstellen innerhalb meiner Masterarbeit einen Praxisbezug zu meinem theoretischen Vorwissen herzustellen.

Das Thema der Förderdiagnostik ist sehr aktuell an meiner Schule, an der ich unterrichte. Es gibt bislang nur Ansätze zur Förderdiagnostik bei schwer mehrfachbehinderter Kinder. Ich für meinen Teil stelle mir die Förderdiagnose selbst zusammen und bediene mich, auf Grund fehlendem Material, der Diagnosebogen für Säuglinge und Kleinkinder. Diese Förderdiagnoseinstrumente lassen aber aussen vor, dass bei einem mehrfachbehinderten Kind die verschiedenen Bereiche wie Motorik oder Kommunikation in ihrer Entwicklung nicht übereinstimmen. So kann beispielweise ein körperbehindertes Kind auf Grund seiner Beeinträchtigung nicht die Leistung zeigen, die seine effektive kognitive Fähigkeiten wiederspiegeln. Ich würde gerne genauer hinschauen und versuchen in Richtung eines möglichen Förderdiagnoseinstruments hinzuarbeiten.

Nachdem ich mich am Forschungstag stark mit der Themenwahl auseinandergesetzt habe, wollte ich mir eine Pause gönnen und den empfohlenen Film 24 Wochen schauen. Bei der Suche nach dem Film stiess ich auf einen Anderen mit dem Titel 'in meinem Kopf ein Universum'.
(https://www.youtube.com/watch?v=A9gwTlDPL78)


Es handelt von einem Jungen mit Cerebralparese, der von seiner Kinderärztin als Gemüse bezeichnet wurde und von dem alle glaubten, dass er auf Grund der Schwere seiner Behinderung sowieso nichts verstehe. Ich greife nun etwas vor; es stellte sich nach 26 Jahren, dank einer aufmerksamen Betreuerin heraus, dass er normal intelligent war und mit seinen Augen kommunizieren konnte. Und damit ist er wahrscheinlich bei weitem kein Einzelfall. Es gibt weitere Biografien, wie beispielsweise die Lebensgeschichte von Martin Pistorius, der in seinem Buch 'Als ich unsichtbar war' erzählt, wie er 11 Jahre lang als hirntot galt und eigentlich gefangen im eigenen Körper war.

(https://www.exlibris.ch/de/buecher-buch/deutschsprachige-buecher/martin-pistorius/als-ich-unsichtbar-war/id/9783404603565)


Dieser Film hat mir nochmals diese Fragen vor Augen gehalten, die ich mir schon so oft gestellt habe. 
Wer und was sagt aus, wann man von einer geistigen Behinderung oder einer schweren Behinderung spricht?
Was bedeutet dieses Stigma für Betroffene?
Können wir überhaupt von einem verminderten oder rückständigen Denkvermögen ausgehen? 
Und wenn nein, was bedeutet das für unsere Praxis?

Nach Feuser gibt es keine geistige Behinderung. Vielmehr beschreibt der Begriff schwer mehrfachbehinderte Menschen ein Personenkreis, dem wir auf Grund unser gesellschaftlichen Normen und unser subjektiven Wahrnehmung diesen Begriff zuschreiben (Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung(2015):Unterricht und Förderung von Schülern mit schwerer und mehrfacher Behinderung. ReinhardtVerlag:München).

(http://www.reinhardt-verlag.de/de/titel/52074/Unterricht_und_Foerderung_von_Schuelern_mit_schwerer_und_mehrfacher_Behinderung/978-3-497-02500-8/)
Ich werde diese Thematik auf jeden Fall weiter verfolgen und erhoffe mir irgendwann eine Antwort auf meine Fragen zu erhalten.


Samstag, 19. November 2016

Spätabtreibung

Ich war heute am Forschungstag meiner Hochschule, um mich über die bevorstehende Masterarbeit zu informieren. 

Eine der präsentierten Masterarbeiten handelte von der Prädiagnostik, zur Diagnose einer Behinderung, während der Schwangerschaft und dem Entscheid für oder gegen ein behindertes Kind. 
Das Ergebnis: 90% der möglicherweise behinderten Kinder werden abgetrieben. Das die Abtreibung aber bedeutet, bei einem prinzipiell überlebensfähigen Ungeborenen die Geburt eingeleitet und gehofft wird, dass es bei der Geburt, auf Grund der zu gering fortgeschrittenen Entwicklung, stirbt, wissen viele nicht. Auch ich bin bei der Diskussion über die vorgeburtliche Selektion erschrocken. 
Es soll aber in keinem Fall ein Vorwurf an die Frauen darstellen und ich möchte auch keine Kontroverse anzetteln! Ich bin sehr dafür, dass jede Frau die Entscheidung für sich treffen können soll, ob sie ein Kind gebären möchte oder nicht - letztendlich ist es ihr Körper, ihr Kind und ihre Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Erschrocken bin ich dennoch. Insbesondere in Anbetracht 3 wesentlicher Punkte. Zum Einen ist die Anzahl der Kinder, die auf Grund von Komplikationen während der Geburt behindert werden, viel höher als die Anzahl der Kinder, die bereits pränatal eine Diagnose erhalten. Zum Anderen ist es eine Tatsache, dass die Medizin in den vergangenen Jahren punkto Frühchenversorgung enorm fortgeschritten ist; so wird bei vermeintlich gesunden Kindern alles daran gesetzt, dass sie irgendwie überleben, während potenziell behinderte Kinder zur gleichen Zeit geboren werden, da sie noch nicht überlebensfähig sind. Ein letzter Punkt ist die Realität, dass Kinder bereits auf Grund von Mund- und Gaumenspalten oder wegen ihres Geschlechts abgetrieben werden. 
Wohin führt das den noch?
Sehr interessant fand ich das Ergebnis, dass die meisten Frauen, die sich bewusst für das behinderte Kind entschieden haben, selbst in sozialen Berufen arbeiten und/oder mit behinderten Kindern Kontakt haben.
Ein Ergebnis das aufzeigt, wie wichtig es ist, dass wir einander erleben, Vorurteile aus der Welt schaffen und Ängste abbauen.


(https://www.youtube.com/watch?v=CcKUjRvJXfM)

Bei dem Vortrag wurde mir zum Thema Spätabtreibung der Film 24 Wochen empfohlen. Beim Recherchieren bin ich ausserdem auf die Dokumentation Er sollte sterben, doch Tim lebt! gestossen. Darin geht es um einen Jungen mit der Diagnose Trisomie 21, der seine eigene Abtreibung überlebt hat.

(https://www.youtube.com/watch?v=hMugL6rpdXc)

Freitag, 4. November 2016

die Tänzerin

Heute im Mentorat mussten wir uns ein Ziel überlegen, an dem wir arbeiten möchten. Im Anschluss hatten wir den Auftrag ein Bild auszuwählen, das unser Ziel bildlich darstellt beziehungsweise repräsentiert. 

Ich habe mich für die Tänzerin entschieden.


Die Tänzerin dreht sich schnell im Kreis, wirkt dynamisch und nicht zu stoppen. Dreht sich um ihre eigene Achse, immer und immer wieder. Das Bild verbindet Kraft, Energie, Ästhetik und Leidenschaft. Die Tänzerin zeigt mit ihren unaufhaltsame Bewegung ein buntes Spektakel, wobei ihre Konturen jedoch nicht mehr klar ersichtlich sind. Beim Betrachten des Bildes kann ich mich gut in die Person einfühlen. Ich spüre die Freude an der Tätigkeit, den Winde im Gesicht, die Bewegung des schweren Kleides am Körper und das Gefühl, den Boden unter den Füssen zu verlieren.

Das Bild stellt auf eine subtile Art meine aktuelle Situation dar.

Als Lehrperson besteht die grosse Gefahr, mit den Gedanken ständig bei der Arbeit zu sein. Wenn man nun wie ich 70% arbeitet und nebenbei 6 Module am Studium besucht, ist das viel zu viel und es dreht sich beinahe alles nur noch um die Arbeit. Ich war mir der bevorstehenden Belastung sehrwohl bewusst, als ich das Semester geplant habe; und dennoch merke ich nun, dass es einen Unterschied macht, es sich nur vorzustellen oder es zu erleben. Nun stecke ich mittendrin und ich weiss, ich würde es wieder so tun, weil ich das Studium baldmöglichst abschliessen möchte. Mein Motto 'Struktur, Organisation und Disziplin'. Dennoch muss ich mir nun auch wieder Zeit suchen für mich. 
Mein Ziel also eine ausgewognere Work-Life-Balance.

Sonntag, 30. Oktober 2016

Storming

Und auch wenn es keine sonderlich angenehme Phase ist, zeigt sie doch, dass wir ein Stück weiter sind in der Gruppenentwicklung. 
Die Phase ist dadurch gekennzeichnet, dass einzelne Mitglieder dominanter werden als andere und deshalb Unterschiede sichtbar oder spürbar werden. Es kommt zu Macht- und Statuskämpfen und Enttäuschung, Stagnation und Frustration kann aufkommen. 

An was ich das in meinem Team festmache?

Ich merke, dass die ganze Verantwortung auf Grund meiner Rolle im Team bei mir liegt. Gleichzeitig ziehen sich meine Teammitglieder mehr zurück, weil sie nicht mehr genau wissen, welche Position sie einnehmen. Ein Teufelskreis also. 
Unsere Praktikantin wird immer öfter zum Thema und folgende Aussage ist zwar reine Interpretation, würde aber hervorragend in diese Phase passen: Hierarchien werden aufgebaut und die untergrabene Dominanz auf hierarchisch Niedrigere abgewälzt. 
Leider besteht noch keine Konflikt- oder Gesprächskultur; Unstimmigkeiten und Unbehagen werden selten im Team angesprochen.

Und nun?

Belbin steht noch aus. Die Teammitglieder haben ihn alle erhalten und in Kürze besprechen wir die Ergebnisse. Er soll dazu beitragen, innerhalb des Teams in eine Metakommunikation zu treten und die Stärke unseres Teams darzustellen. 
Ausserdem möchte ich mit dem Team erneut unsere Grundhaltung besprechen und gemeinsame Ziele / Abmachungen für die Zusammenarbeit formulieren.

(http://www.galeriejeschka.de/visualisierte_themen_teamentwicklung.html)


Machen wir uns auf zur Normingphase!


Montag, 17. Oktober 2016

zwei Welten, eine Liebe

Remo und Julia, dass sind ein junger Mann mit der Diagnose Autismus und eine junge Frau mit der Diagnose Trisomie 21. In erster Linie sind sie aber ein Liebespaar.

Ich bin in der Zeitschrift schweizer Familie auf einen Beitrag über Julia und Remo gestossen. Kennengelernt haben sich die beiden auf der Schauspielschule Hora, einem professionellen Theater mit beeinträchtigten Menschen. Sie bewohnen gemeinsam ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft in Zürich, wollen jedoch in ein eigenes Zuhause ziehen und heiraten. 

(http://mobile2.12app.ch/articles/17542303)

Julia Häusermann spricht in dem Beitrag über Liebe, ihre Beeinträchtigung und Zukunftsvisionen.
Sie ist sich ihrer Beeinträchtigung sehr wohl bewusst und bedauert, dass sie Trisomie hat. Sie sagt selbst, sie stecke sich die Finger in den Mund oder in die Nase und merke es nicht - das mache ihr Downsyndrom. Weiter erzählt sie, dass ihre Mutter fürchtete ein Monster zu gebären - sie sei aber als Mädchen zur Welt gekommen und das sei viel schöner.

Tatsächlich erfuhr Julias Mutter in der 20 Schwangerschaftswoche von der Diagnose ihres ungeborenen Kindes und hätte damit das recht auf einen Schwangerschaftsabbruch gehabt. Die Ärzte rieten zur Eile mit der Abtreibung und erwägten die Option, dass Julias Mama ihr Kind behalten möchte gar nicht. Julias Mama äussert die eindrückliche Meinung, dass der Mensch nicht alles aus dem Weg schaffen kann, was ihm nicht passt und sie erlebten durchaus auch harte Zeiten. Dennoch haben sie gelernt, dass Leben zu bejahen und sehen Julia nicht nur als Gewinn für die Familie, sondern für die gesamte Gesellschaft.

Und Julia?
Sie geht dem Glück nach, ist fröhlich und selbstbewusst.

Mir gefällt am Beitrag, dass er gleich mehrere Tabuthemas in Bezug auf behinderte Menschen anschneidet; Liebe, Spätabtreibung und der Platz von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft.
Und obwohl es keine Themen sind, die wir offen besprechen, hat doch jeder eine Meinung dazu. Auch wissenschaftliche Studien sind diesen Themen nachgegangen und haben durch Erhebungen herausgefunden, dass sich die Mehrheit gegen die Fortpflanzung von behinderter Menschen aussprechen. Die hohe Abtreibungsrate von 90% bei einer pränatalen Diagnose, ist selbstaussagend. Und alleine anhand dieser Ergebnisse zeichnet sich bereits ein Bild über den Platz von Menschen mit Beeinträchtigungen in unserer Gesellschaft ab.

Es besteht also Handlungsbedarf.

Sonntag, 9. Oktober 2016

Mehrfachbehinderung

„Mehrfachbehinderung ist keine Doppel-, Dreifach- oder Sechsfachbehinderung, bei der jede weitere Behinderung uns besonderen Respekt abverlangt, so, als ob wir in der Musik eine sechsstimmige Fuge bewundern; jede Kumulierung ist ein Phänomen mit Eigengesetzlichkeit, mit besonderen diagnostischen und methodischen Problemen, und sollte als ‚Behinderung‘ so komplex gesehen und angegangen werden, wie es sich im Leben darstellt“ (Schröder 1979). 




„Wenn wir fragen, wer als ‚schwerstbehindert‘ gilt und was die sogenannte ‚Schwerstbehinderung‘ ausmacht, werden wir auf Menschen...verwiesen, die mit vergleichbaren Lernschwierigkeiten unterschiedlichen Lernorten zur Erziehung zugewissen werden, aber nur schwer zu erziehen sind, weil ihre Behinderung und ihr Verhalten erwartetem schulischen Lernen und Lehren in besonderer Weise entgegen zu wirken scheint (Fornefeld 1995).




Schwere Behinderung ist nicht als etwas schicksalhaft geprägtes zu verstehen, sondern vielmehr als ein soziales Phänomen, was heißt, schwere Behinderung ist „etwas im Kontext des sozialen Lebens der Menschen Gewordenes und ist nur verstehbar in diesem Kontext“ (Dreher zit. nach Heinen & Lamers 2003).